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Informationen zur Abgeltungsteuer

  • Mit dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14. August 2007 (BGBl. I 2007 S. 1912) hat der Gesetzgeber eine Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge eingeführt.

  • Ab dem 1. Januar 2009 zufließende Kapitalerträge von Privatpersonen unterliegen einem fixen Steuersatz von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.

  • Die Abgeltungsteuer wird künftig bereits an der "Quelle" durch den Schuldner der Kapitalerträge oder die inländische Zahlstelle (i.d.R. den Banken) einbehalten und anonym abgeführt. Das gilt auch für Erträge aus ausländischen Wertpapieren, wenn sie in einem inländischen Depot verwahrt werden. Mit dem Steuerabzug an der Quelle ist Ihre Steuer auf die Kapitalerträge zukünftig grundsätzlich abgegolten. D.h., Sie müssen diese Kapitaleinkünfte i.d.R. nicht mehr in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben.

  • Kapitalerträge, die nicht der Abgeltungsbesteuerung unterlegen haben, wie z.B. Erträge im Ausland oder Zinserträge aus privaten Darlehen müssen dagegen zum Zwecke der Nachholung der Abgeltungssteuer weiterhin erklärt werden.

  • Zu den Erträgen aus Kapitalvermögen gehören insbesondere:

    • Zinserträge aus Geldeinlagen bei Kreditinstituten (z.B. Sparkonto, Tagesgeldkonto)

    • Erträge aus Forderungswertpapieren (z.B. verzinste Anleihen, Pfandbriefe, Zertifikate)

    • Dividenden

    • Erträge aus Investmentfonds oder Termingeschäften

    • Gewinne aus privaten Wertpapierveräußerungsgeschäften unabhängig von der Haltedauer.


    Ausnahme:
    Für alle vor dem 1. Januar 2009 angeschafften Wertpapiere gilt die einjährige Spekulationsfrist des § 23 a.F. EStG noch unverändert fort. Haben Sie also Aktien oder Wertpapiere bis zum 31.12.2008 erworben, gilt für diese weiterhin die einjährige Spekulationsfrist mit der Folge, dass Kursgewinne aus dem Verkauf dieser Wertpapiere dann nach Ablauf der Haltefrist noch steuerfrei vereinnahmt werden können. Weitere Informationen zur steuerlichen Behandlung verschiedener Kapitalerträge können den unten aufgeführten Links entnommen werden.

  • Wenn Sie kirchensteuerpflichtig sind, haben Sie ein Wahlrecht, ob Sie die Kirchensteuer, die auf die Abgeltungsteuer entfällt, von Ihrer Bank abführen lassen oder diese im Rahmen Ihrer Einkommensteuerveranlagung festsetzen lassen.

    Das Kreditinstitut wird jährlich einmal beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) anfragen, ob Sie zum 31. August einer kirchensteuererhebenden
    Religionsgemeinschaft angehören und sodann die Kirchensteuer, die auf die Abgeltungsteuer entfällt, einbehalten und zusammen mit der Abgeltungsteuer
    anonym abführen. Rechtzeitig vor der Anfrage werden Sie hierüber von Ihrem Kreditinstitut informiert werden. Für den Fall, dass Sie mit dem
    Einzug durch die Bank nicht einverstanden sind, haben Sie die Möglichkeit, unter Angabe Ihrer Steueridentifikationsnummer beim BZSt
    schriftlich den Abruf Ihres Kirchensteuermerkmals sperren zu lassen. In diesem Falle sind Sie zur Abgabe einer Steuererklärung zum Zwecke der Kirchensteuerveranlagung unter Erklärung Ihrer Kapitaleinkünfte verpflichtet.

    Das BZSt wird Ihrem zuständigen Wohnsitz-Finanzamt die Eintragung des Sperrvermerks mitteilen.

  • Tatsächlich anfallende Werbungskosten im Zusammenhang mit Kapitaleinkünften können nicht mehr steuermindernd geltend gemacht werden.
    Aufwendungen wie z. B. Depot- oder Bearbeitungsgebühren werden künftig nur noch in pauschalierter Form über einen sog. Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 EUR bzw. 1.602 EUR bei zusammen veranlagten Ehegatten berücksichtigt werden.

  • Sie können für Ihre Kapitalerträge Ihrem Kreditinstitut einen Freistellungsauftrag bis 801 EUR bzw. 1.602 EUR bei zusammen veranlagten Ehegatten erteilen oder – wenn Sie keine Einkommensteuer zahlen müssen -, eine Nichtveranlagungsbescheinigung bei Ihrem zuständigen Finanzamt beantragen.
    Nichtveranlagungsbescheinigungen können max. für eine Gültigkeitsdauer von drei Jahren ausgestellt werden. Die Gültigkeit endet regelmäßig zum 31.12. des betreffenden Jahres.

  • Eine Verlustverrechnung erfolgt nur innerhalb der Einkünfte aus Kapitalvermögen. Verluste aus Aktiengeschäften dürfen sogar nur mit Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden.

  • Verluste aus Kapitaleinkünften, die dem besonderen Abgeltungsteuersatz unterliegen (z. B. Stückzinsen), sind nicht mit Gewinnen aus Kapitaleinkünften
    verrechenbar, die der tariflichen Einkommensteuer unterliegen.

  • Das bisherige Halbeinkünfteverfahren entfällt künftig bei den privaten Kapitaleinkünften.

  • Immobiliengeschäfte unterliegen nicht der Abgeltungsteuer.

  • In bestimmten Fällen, in denen Tatbestände vorliegen, die beim Quellensteuerabzug noch nicht berücksichtigt worden sind (z. B. ein nicht vollständig ausgeschöpfter Sparer-Pauschbetrag, noch nicht berücksichtigte Verluste oder weitere anrechenbare ausländische Steuern, aber auch bei Streitfällen), können Sie mit Ihrer Einkommensteuererklärung eine Überprüfung beim Finanzamt beantragen, die ggf. zu einer Erstattung zu viel gezahlter Abgeltungsteuer führen kann.

  • Das Gesetz räumt Ihnen die Möglichkeit ein, bei Ihrem zuständigen Finanzamt überprüfen zu lassen, ob die Abzugsbesteuerung an der Quelle oder die Angabe Ihrer Kapitaleinkünfte in Ihrer Einkommensteuererklärung mit Ihrem persönlichen Steuersatz für Sie günstiger ist (sog. Günstigerprüfung). Eine solche Überprüfung kann für Sie sinnvoll sein, wenn Sie mit Ihrem Grenzsteuersatz unter 25 % liegen. Das ist der Fall, wenn Sie als Alleinstehender ein zu versteuerndes Einkommen (zvE) von z.Zt. unter 15.700 EUR (Grundtabelle) bzw. als zusammen veranlagte Ehegatten von z.Zt. unter 31.400 EUR (Splittingtabelle) haben. Denn bei einem zu versteuernden Einkommen von 15.700 EUR bzw. 31.400 EUR beträgt der persönliche Grenzsteuersatz - also das, was aufgrund der Progression auf den letzten 1.000 EUR an Steuern lastet - 25 %. Maßgeblich ist daher nicht Ihr durchschnittlicher Steuersatz, der in jedem Fall niedriger ist.

    Beispiel:
    zvE ESt
    Grundtabelle 15.700 EUR 1.584 EUR = 10,09 % durchschn. Steuersatz
    + 1.000 Euro Kapitalertrag 16.700 EUR 1.836 EUR = 10,99 % durchschn. Steuersatz
    1.000 EUR 252 EUR = 25,20 % Grenzsteuersatz

    Die letzten 1.000 Euro werden also mit 25,20 % besteuert; die Besteuerung der Kapitalerträge mit dem Abgeltungsteuersatz in Höhe von 25 % ist daher in dem Beispielsfall günstiger.

    Für die Überprüfung müssen Sie alle Kapitaleinkünfte und die bereits abgezogene Abgeltungsteuer durch eine formelle Bescheinigung der Bank nachweisen. Die bisherige Jahresbescheinigung nach § 24c EStG entfällt ab 2009. Ist die Besteuerung Ihrer Kapitalerträge mit Ihrem persönlichen Steuertarif dann für Sie vorteilhafter, wird zu viel einbehaltene Abgeltungsteuer erstattet.

    Weitere Informationen zum Thema Abgeltungsteuer erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt, der Info-Hotline (Tel. 0800 - 998 0 997 (kostenlos)
    (Mo. - Do. von 8 - 18 Uhr und Fr. von 8 - 15 Uhr (außer an gesetzl. Feiertagen))) oder im Internet unter


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