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Häufige Fragen/FAQ

Haushaltsnahe Dienstleistungen - Fragen und Antworten für Dienstleistungsbetriebe und Handwerker


(Rechtslage ab 1. Januar 2011)

1. Unsere Materialkosten betragen auf den einzelnen Kunden gerechnet weniger als 5% der Rechnungssumme. Können die Aufwendungen wegen des geringen Anteils außer Ansatz bleiben?
Das Schreiben des Bundesfinanzministers vom 9. November 2016 (BStBl I 2016, 1213) zum § 35a Einkommensteuergesetz (EStG) sieht keine Vereinfachung bei geringfügigen Materialkosten vor. Es sind in allen Fällen die Arbeitskosten auszuweisen.

2. Wir sind eine Firma für Fußwegreinigung incl. Winterdienste. Unsere Kosten setzen sich zusammen aus Arbeitslöhnen, Aufwendungen für Reinigungsmaschinen und weitere Betriebsmitteln wie Besen, Schaufeln sowie Verbrauchsmaterial wie Streusalz. Welche Aufwendungen müssen wir als Materialkosten ausweisen?

Zu den nach § 35a EStG begünstigten Aufwendungen gehören die Arbeitskosten einschließlich der Maschinen- und Fahrtkosten. Materialkosten bleiben außer Ansatz. Zu diesen gehören jedoch nicht die Aufwendungen für Betriebs- und Verbrauchsmittel. Die ggf. anfallenden Entsorgungskosten sind dann begünstigt, wenn sie als Nebenleistung zur Hauptleistung anzusehen sind. Sie brauchen keine Materialkosten ausweisen.


3. Wir stellen unseren Kunden für Wartungsarbeiten an Heizungsanlagen eine Pauschale in Rechnung. Die tatsächlich bei den einzelnen Kunden anfallenden Materialkosten schwanken und lassen sich nur schwer dem einzelnen Kunden zuordnen.

Werden Wartungsarbeiten oder Arbeiten mit einem sehr geringen Anteil von Verbrauchmaterial (z.B. Reinigungsarbeiten) mit einer vorher fest vereinbarten und vom tatsächlich verbrauchten Material unabhängigen Pauschale vergütet, so können die Arbeitskosten mit dem kalkulatorischen Anteil ausgewiesen werden. Die tatsächlich angefallenen Materialkosten brauchen nicht auf den einzelnen Kunden verteilt zu werden.

4. Wir reparieren Elektrogeräte wie Waschmaschine, Fernseher und Computer teilweise beim Kunden und teilweise in unserer Werkstatt. Der Kunde möchte nun seine Geräte immer in seinem Haushalt repariert haben, weil es für ihn steuerlich günstiger sei?

Ihr Kunde kann 20% der Reparaturaufwendungen für Gegenstände im Haushalt und für andere Handwerkerleistungen für die Renovierung seiner selbstgenutzten Wohnung, höchstens 1.200 Euro steuermindernd geltend machen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Reparaturen in seinem Haushalt erfolgte. Was für ihn günstiger ist, hängt von der Höhe seines persönlichen Steuervorteils im Verhältnis zu den von Ihnen berechneten Anfahrtskosten ab.


5. Wir führen als Umzugsfirma Umzüge auch für Privatpersonen durch. Um das Risiko eines Forderungsausfalls zu vermeiden, lassen wir uns vor dem Umzug eine Anzahlung überweisen und kassieren den Rest am Umzugstag von unserem Kunden in bar. Erhalten unsere Kunden eine Steuerermäßigung für die gesamten Aufwendungen?

Ihre Kunden erhalten für die Umzugskosten nur dann die Steuerermäßigung, wenn sie für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten und die Zahlung durch den Kunden auf Ihr Konto erfolgt ist. Hierfür bietet sich sich die Teilnahme am Elektronic-Cash-Verfahren oder am elektronischen Lastschriftenverfahren an. In dem von Ihnen geschilderten Fall können Ihre Kunden nur für die Anzahlung die Steuerermäßigung in Anspruch nehmen (Ausschluss der Barzahlung; vgl. § 35a Abs. 5 S. 3 EStG).

6. Müssen wir in den Rechnungen, die wir für unsere Kunden erstellen, die Materialkosten in einem Betrag ausweisen oder reicht auch eine prozentuale Aufteilung aus?
Der Anteil der Arbeitskosten muss anhand der Angaben in den Rechnungen ermittelt werden können. Sie dürfen aber auch eine prozentuale Aufteilung vornehmen.
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