Landesamt für Steuern Niedersachsen Niedersachen klar Logo

Kleiner Ratgeber für Lohnsteuerzahler 2015

Außergewöhnliche Belastungen


Das sind Aufwendungen, die aufgrund besonderer Umstände zwangsläufig anfallen, z. B. Aufwendungen für Krankheit, Pflege oder Bestattungskosten für Angehörige, soweit sie den Nachlass übersteigen. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Aufwendungen für die Wiederbeschaffung von lebensnotwendigen Gegenständen (z. B. Hausrat, Kleidung), die durch ein unabwendbares Ereignis (z. B. Brand, Hochwasser) verloren gegangen sind, berücksichtigt werden. Prozesskosten sind grundsätzlich vom Abzug ausgeschlossen, dies gilt auch für Scheidungskosten. Auch Mehraufwendungen für Diätverpflegung können in keinem Fall steuermindernd angesetzt werden.

Behinderte Menschen können neben dem Behinderten-Pauschbetrag auch Kraftfahrtzeugkosten wie folgt geltend machen:

Bei einem Grad der Behinderung von mindestens 80 oder mindestens 70 und Merkzeichen „G“ im Ausweis können Kraftfahrzeugaufwendungen für behinderungsbedingte Fahrten in angemessenem Umfang als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Als angemessen wird im Allgemeinen ein Aufwand für Fahrten bis zu 3.000 km jährlich unter Berücksichtigung eines Kilometersatzes von 0,30 Euro angesehen.

Bei behinderten Menschen mit den Merkzeichen „aG“ oder „Bl“ oder „H“ (auch Pflegestufe III) können Kraftfahrzeugaufwendungen sowohl für behinderungsbedingte unvermeidbare Fahrten als auch für Freizeit-, Erholungs- und Besuchsfahrten in angemessenem Umfang eine außer gewöhnliche Belastung sein. Die tatsächliche Fahrleistung ist nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Eine Gesamtfahrleistung von mehr als 15.000 km jährlich ist in aller Regel nicht angemessen. Ein höherer Aufwand als 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer kann nicht berücksichtigt werden.

Die genannten außergewöhnlichen Belastungen wirken sich jedoch steuerlich nur dann aus, soweit die Aufwendungen einen bestimmten Prozentsatz Ihrer Einkünfte – die „zumutbare Belastung“ – überschreiten.

Neben den allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen können Aufwendungen für die nachstehenden Sonderfälle ohne Anrechnung einer „zumutbaren Belastung“ steuerlich geltend gemacht werden. Ein Abzug ist jedoch nur im Rahmen der Höchstbeträge möglich. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Fälle:
Kleiner Ratgeber für Lohnsteuerzahler 2015
Info-Hotline

Tel. 0800 - 998 0 997 (kostenlos)
(Mo. - Do. von 8 - 18 Uhr und Fr. von 8 - 15 Uhr (außer an gesetzl. Feiertagen))

Die Info-Hotline der niedersächsischen Finanzämter beantwortet Ihnen allgemeine Fragen zum Lohn- und Einkommensteuerrecht.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln